AUF DEN FILTER KOMMT ES AN
Wenn die Klimaanlage müffelt
Klimaanlagen sind mittlerweile in vielen Autos selbstverständlich. Doch über den richtigen Umgang mit Klimaanlagen und ihre notwendige Wartung macht sich kaum jemand Gedanken.
In modernen Autos sind Klimaanlagen nicht mehr wegzudenken. Sie sorgen für eine angenehme Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Und das, ohne dass man direkt von draußen Frischluft in großem Umfang zuführen muss. Klimaanlagen müssen aber von Zeit zu Zeit gewartet werden. Die Schwerpunkte liegen, im Allgemeinen, vor allem auf Verdampfer und Verflüssiger. Während sich der Verflüssiger außerhalb der Fahrgastzelle befindet und dort die Wärme abtransportiert, befindet sich der Verdampfer in der Fahrgastzelle und wird im Betrieb kalt. Der daran verbaute Lüfter transportiert die Luft durch die Kühlrippen des Verdampfers. Diese kühlt somit ab und wird durch die Luftschächte weiter ins Fahrzeuginnere transportiert, wo sie aus den Luftdüsen strömt.
Das Besondere an Klimaanlagen im Fahrgastraum ist allerdings, dass diese meist sehr schwer zugänglich verbaut sind. Also der Verdampfer, der die Luft abkühlt. Normalerweise werden Verdampfer bei Kälte- und Klimaanlagen von Zeit zu Zeit gereinigt, da sich dort Schmutz und Bakterienfilm absetzen. In der Fahrgastzelle ist nun i.R. vor dem Verdampfer und Lüfter der Innenraumfilter verbaut. Dieser sorgt dafür, dass Pollen und Schmutz vom Verdampfer ferngehalten werden, so dass diese nicht nach innen dringen. Der Verdampfer bleibt also eigentlich sauber, so dass an dieser Stelle Bakterien es schwer haben, sich zu vermehren.
Dreck in den Lüftungsschächten im Auto lässt sich nicht ganz verhindern. Wer allerdings überwiegend mit Aussenluftzufuhr fährt und dazu noch draussen parkt, wird mehr Dreck in den Lüftungsschächten ansammeln. Deshalb ist es sinnvoll, mehr mit der Umluftfunktion zu arbeiten. Hierbei wird im Fahrzeug eine Klappe umgelegt, die den Luftstrom so umleitet, dass er vorwiegend im Fahrzeuginnern zirkuliert. Man muss auf Frischluft von aussen nicht ganz verzichten, aber damit umgehen lernen, wann man Luft von ausserhalb des Fahrzeugs benötigt, etwa bei langen Fahrten, um den Fahrgastraum gut zu belüften.
Schmutz, der sich in der Luftzufuhr befindet, wird also vom Filter aufgefangen und festgehalten. Allerdings haben Filter Kapazitätsgrenzen. Irgendwann, wenn sie zu voll sind, gelangen auch Schmutzpartikel am Filter vorbei, da diese nie ganz dicht verbaut sind. Der Luftstrom muss auch bei vollem Filter gewährleistet bleiben, so dass der Filter auch Luft zieht und damit eventuell auch Schmutzpartikel, wenn er eigentlich gesättigt ist. Deshalb ist es ratsam, den Filter ca. alle 3500 Kilometer auszubauen und zu reinigen. Hierzu eignet sich der Staubsauger zuhause sehr gut. Mit ihm kann man den Luftfilter, neben vorherigem Ausklopfen, gut sauber bekommen. Wenn man bemerkt, dass der Filter nicht mehr gut zu reinigen ist, sollte er ausgetauscht werden.
Filterwechsel in der Werkstatt sind teuer, so kann der Wechsel des Innenraumfilters dort schnell 20 bis 30 EUR kosten. Vom Prinzip ist dies einmal oder zweimal pro Jahr nicht zu viel. Das Problem daran ist allerdings, vor allem in den unteren Preisklassen der Fahrzeuge, dass diese Filter als Wegwerfartikel mit möglichst geringem Materialeinsatz hergestellt werden. So lohnt der Einsatz eines teureren Aktivkohlefilters wenig, weil die dort eingebrachte Aktivkohle nur in sehr geringem Maß vorhanden ist. Die Filterwirkung lässt damit sehr zu wünschen übrig, schon nach kurzer Zeit kann der Effekt der Aktivkohle verschwunden sein oder man nimmt ihn gar nicht erst richtig wahr. Dabei ist Aktivkohle für diese Zwecke genau richtig eingesetzt. Im Folgenden erkläre ich deshalb, wie Sie den Filter zu einem echten Aktivkohlefilter aufpeppen und davon so richtig profitieren. Denn nicht nur, dass Sie anschließend einen echten "Aha"-Effekt haben, Sie sparen dabei auch noch so richtig Geld! Wenn Sie an die Wartung der Klimaanlage denken, so wird diese oft für ca. 40 bis 60 EUR angeboten und beworben. Eine Klimaanlage ist ein geschlossener Kreislauf, aus dem Nichts entweicht. Mit zunehmendem Alter kann das sogenannte Kältemittel aber auch verloren gehen. Bis zum Ausfall der Klimaanlage können so aber 5 bis 10 Jahre vergehen. Eine Klimaanlage ist kein Eisschrank! Ein geringer Temperaturunterschied zur Aussentemperatur genügt. Lassen Sie sich diesbezüglich nicht in die Irre führen, dass die Anlage nicht mehr richtig kühlen würde. Wenn sie wirklich nicht mehr kühlt oder ungenügend kühlt, dann werden Sie das schon feststellen, dann ist es Zeit für eine Wartung. Vorher ist dies rausgeworfenes Geld! Das "Kühlmittel" wird auch nicht abgenutzt oder gar schlecht. Wenn die Anlage befüllt ist, ist sie voll und damit ist es gut. Der Hersteller gibt vor, wieviel Gramm in die Anlage gefüllt werden, damit sie optimal funktioniert. Jeder zusätzliche Eingriff am Kühlkreislauf erhöht das Risiko, dass er undicht wird, lassen Sie deshalb die Finger davon, wenn es nicht nötig ist!
Was macht Aktivkohle so besonders? Aktivkohle kann, aufgrund ihrer extrem großen Oberfläche, sehr viele Kleinstbestandteile aus der Luft oder aus Wasser zurückhalten. So zum Beispiel Chlor, Ozon, Bakterien und Giftstoffe. Um einen Effekt zu erzielen, der wirklich zu spüren ist, benötigt man von dem Wunderstoff aber eine gewisse Menge. Die in den Innenraumfiltern verwendeten Mengen sind oft so gering, dass man kaum mehr einen Zusatznutzen erzielt. Also was tun?
Viele Filter bestehen, vereinfacht dargestellt, aus Filterpapier, dass im Zickzack gefaltet in einem Rahmen eingebettet ist. Genau an dieser Stelle kann man gut den Filter "aufrüsten". Hierzu genügt ein im Zoohandel erhältlicher Aktivkohlesatz für Wasserpumpen von Aquarien. In der Verpackung befindet sich Aktivkohle in größerer Menge und ein Stoffüberzug. Dieser Überzug passt über die meisten Filter von Kleinwagen. Falls der Filter vom Auto zu groß sein sollte, für diesen Stoffüberzug, kann man auch eine Damenstrumpfhose verwenden, die ist Dehnbarer und erfüllt denselben Zweck. Der Filter im Auto hat eine Einbaurichtung. Oben und Unten müssen genau bestimmt werden, da die Aktivkohle nur von Oben aufgebracht werden darf. Der Lüfter der Klimaanlage, im Fahrzeuginnenraum, sollte die Luft von Oben nach Unten durch den Filter ziehen. Sollte der Filter senkrecht, statt waagerecht verbaut sein, müssen Sie etwas experimentieren und schauen, ob die Aktivkohle im Filter verbleibt oder am unteren Ende dann praktisch zusammenfällt und einen Klumpen bildet. Das ist nicht gut, der Filter sollte am besten waagerecht verbaut sein. Auf die Oberseite des Filters schüttet man, in die Zwischenräume des Filterpapiers, welches im Zickzack angeordnet ist, die Aktivkohle. Man sollte so viel nehmen, dass der Filter nicht randvoll ist, aber alle Zwischenräume sollten mit Aktivkohle wenigstens bis zur Hälfte aufgefüllt sein. Durch etwas Rütteln kann man die Kohle gleichmäßig verteilen. Im Anschluss zieht man den Strumpf darüber (oder das Stoffsäckchen, welches sich in der Packung der Kohle befindet). Das war es dann auch schon. Den Filter sollte man nun nicht mehr um seine eigene Achse drehen, da die Kohle sich dann ungleichmäßig verteilt. Den so präparierten Filter baut man waagerecht wieder im Fahrzeug ein, so dass die Aktivkohle auf der Oberseite des Filters liegt. Mit diesem Trick können sie alle 3500 Kilometer den Filter ausbauen, das Säckchen entfernen, die Kohle entsorgen, den Filter aussaugen, das Säckchen waschen und trocknen und alles wieder zusammenbauen, wie zuvor. So sparen Sie nicht geringe Kosten am Filter, den sie dann neu nur noch seltenst benötigen. Nachdem der Filter im Auto verbaut ist, können Sie ihn sofort testen. Innerhalb einer Minute oder etwas mehr filtert die frische Aktivkohle alle schlechten Gerüche etc. aus dem Innenraum. Auch das Müffeln der Klimaanlage wird so effektiv bekämpft und in der Luft umher schwirrende Bakterien werden von der Kohle aufgefangen. Es sollte mit dem präparierten Filter zu keiner Geruchsbildung mehr kommen. Der Effekt hält sehr lange an, eigentlich sogar mehrere tausend Kilometer Fahrstrecke bei eingeschalteter Lüftung. Falls es doch einmal müffelt. so verwenden Sie ein handelsübliches Desinfektionsspray aus der Flasche. Entfernen Sie zuvor den Filter innen, schalten Sie die Lüftung ein und sprühen Sie das Mittel direkt in den Ansaugbereich des Lüfters. Achten Sie hierbei auf den Sprühnebel und verwenden Sie eine Atemschutzmaske. Sprühen Sie außerdem von oben in die Luftausgangsdüsen. Verschließen Sie dazu vorher alle Düsen und öffnen Sie immer nur die, in die Sie hinein sprühen wollen. Stellen Sie die Lüftung dazu auf Maximum und Umluft. Das baut einen gewissen Innendruck auf und bringt den Sprühnebel in alle Winkel der Lüftungskanäle. Sobald Sie überall gesprüht haben, stellen Sie die Lüftung ab! Das Desinfektionsmittel muss sich nun setzen und einwirken. Oft genügt hier schon 1 Minute, schauen Sie dazu auf die Sprayflasche! Nach der Desinfektion, dann den Filter wieder einbauen. Der Desinfektionsmittelgeruch verschwindet schnell, durch den präparierten Filter mit Aktivkohle, wenn die Lüftung angeschaltet ist. Die Müffelei sollte so ein Ende haben, viel Spaß beim Ausprobieren! Sollten Ihnen 3500 Kilometer Fahrstrecke zu kurz erscheinen, wählen Sie doch ein längeres Reinigungsintervall für Ihren Filter. Jedoch: um so mehr Schmutz sich am Filter ansammelt, desto weniger effektiv ist der Filter.